Rezeption des Werkes
 
Von 1960 bis 1980  wird das Werk Georg Klusemanns zunächst ausschließlich im Ausland rezipiert - in Paris, in Florenz und anderen italienischen Städten sowie in Venezuela, wo Klusemann an der Universidad de los Andes als Gastprofessor für Graphik unterrichtete. In Paris und in Italien wird er von Patrick Waldberg als Neosurrealist präsentiert. Max Clarac-Sérou stellt Klusemanns Werk in einen Zusammenhang mit den anderen Künstlern der Pariser Galerie du Dragon wie Roberto Matta, Seymour Rosofsky, Augustin Cardenas, Vladimir Velickovic und Pierre Skira. In Südamerika wird in literarischen und künstlerischen Kreisen die magische, die geheimnisvolle Komponente des Werkes betont.
 
Ab 1980 kommt mit der ersten Retrospektive in Xanten auch die Rezeption in Deutschland in Gang. Klaus Honnef, Joachim Burmeister, Hannes Hardering, Dieter Ronte, Heiner Stachelhaus, Ingrid Bachér und Hans M. Schmidt analysieren das Werk. Betont werden die Vielschichtigkeit und Eigenwilligkeit der Arbeiten, die Nähe zum Manierismus und zu illusionistischen Malmitteln. Klaus Honnef schreibt über die Bilder: "Sie sind sowohl gegenständlich als auch abstrakt, sowohl illusionistisch als auch konkret, sowohl dynamisch als auch statisch, sowohl linear als auch malerisch. Sie vereinigen die Gegensätze der Malerei, ohne sie aufzuheben oder gar zu harmonisieren." In Italien erfolgt eine gründliche kunsthistorische Einordnung des Werkes in den Analysen von Guido Giubbini, von Sandra Solimano und Pier Carlo Santini.
 
Anfang der 1990er Jahre setzt eine ganz neue Phase der Rezeption ein. Der Semiologe Omar Calabrese zählt Georg Klusemann zu den Künstlern, die intuitiv neue naturwissenschaftliche Erkenntnisse wie die der diskreten Geometrie vorausgeahnt und in ihrem Werk angewandt haben. In ähnlicher Form analysiert Giampietro Pavanati, Direktor der Forschungsabteilung von IBM Italia, das Werk Klusemanns in Zusammenhang mit der diskreten Mathematik. Bernhard Korte, Direktor des Forschungsinstitutes für diskrete Mathematik an der Universität Bonn, und der Mathematiker Bruno Ernst, der Klusemanns Arbeiten erstmals mit den räumlichen Paradoxien von Maurits Cornelis Escher in Verbindung bringt, vertiefen und bereichern diesen neuen Ansatz.
Presse zu Klusemann: Auswahl
(für die vollständige umfangreiche Liste der Texte über Georg Klusemann bitte wenden Sie sich an info@georgklusemann.org)
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